• Dorit Baumeister

    Kunst & Kultur / Hoyerswerda

In der Gegenwart kommen wieder Pioniere (zurück) nach Hoyerswerda. Architektin und Kultur-Aktivistin Dorit Baumeister erzählt im Video von Chancen, Engagement und der alternativen Zukunft einer modernen Stadt im Umbruch.

Dorit Baumeister

"Ich wollte die Geschichte erzählen der Stadt der Moderne."

Dorit Baumeister wuchs in Hoyerswerda auf, genauer gesagt: in der Neustadt. Mitte der 1990er Jahre kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück und musste sich zunächst mit dem Gedanken anfreunden, dass ihr Beruf in Hoyerswerda mehr Rückbau als Aufbau bedeutete. Doch die kulturinteressierte Architektin beließ es nicht dabei. Der allgemeinen Sprachlosigkeit in einer schrumpfenden Stadt setzte sie lautstarke Kultur entgegen.

In die Moderne katapultiert

Auf den ersten Blick ist Hoyerswerda, 35 km südlich der brandenburgischen Großstadt Cottbus gelegen, eine typische beschauliche Landstadt: Hier gibt es einen Marktplatz im Zentrum der Altstadt mit ihren hübschen historischen Bürgerhäusern, ein Flüsschen und sogar eine Burg aus dem 13. Jahrhundert. Und doch ist Hoyerswerda besonders - denn am 31. August 1955 wurde direkt vor den Toren des uralten Städtchens der Grundstein einer neuen, modernen, viel größeren Stadt gelegt. 

Kunst & Kultur als Lebensmittel einer Stadt

Das Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe lockte die Menschen an. Sie fanden eine neue Heimat in einem einmaligen Experimentierfeld der Nachkriegsmoderne. Bis 1990 wuchs das kleine Hoyerswerda von 7.000 auf über 70.000 Einwohner an. Es entstanden 10 Wohnkomplexe sowie die Anfänge des (neuen) Stadtzentrums - fertiggestellt wurde letzteres nie. 

Seit der politischen Wende hat die Hälfte der Einwohner Hoyerswerda verlassen, von der Schrumpfung ist die Neustadt stark betroffen. Was das Verschwinden der Heimat in den dort lebenden Menschen auslöst, darüber schweigen die Statistiken.   

Gemeinsam mit dem Verein Kulturfabrik durchbrach Dorit Baumeister die Stille. Mit den ratlosen Menschen suchte sie den Diskurs, die Bevölkerung Hoyerswerdas sollte sich am Stadtumbau beteiligen. Mittels Kunst- und Kulturprojekten in und mit der Stadt präsentiert sich ein neues spannendes Stück Heimat, die Bewohner werden damit zum dritten Mal zu Pionieren der Geschichte Hoyerswerdas: Diesmal errichten sie eine Stadt der Kultur und des Aufbruchs.


Tipps & Links
 


Dankeschön

Wir danken Dorit Baumeister und dem Verein Kulturfabrik Hoyerswerda e. V.  für das Ermöglichen dieses Films und die Bereitstellung von Foto- und Videomaterial der Kunst- und Kulturevents.


Film
Redaktion: Anja Thompson/solartexte
Bild: Wolfgang Gaube
Regie: Uta Kolano & Wolfgang Gaube

Eine Produktion von 
DOKWORKERS im Auftrag der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH
Redaktion Artikel: Martin Püschel


Fotos
Portraitbild und Bild Lausitztower entstammen dem Film
Bild "Auszeit" (C) Kulturfabrik Hoyerswerda