• Gabi Dolff-Bonekämper

    Kunstgeschichte / Denkmalschutz

"Ich liebe Häuser ganz einfach!"

Gabi Dolff-Bonekämper ist eine weltweit anerkannte Denkmalpflegerin und Kunsthistorikerin. Sie studierte an der Phillips-Universität Marburg Kunstgeschichte, Romanistik und christliche Archäologie und promovierte dort mit einer Studie zur Geschichte des Denkmalschutzes. Seit 1988 lebt und arbeitet die gebürtige Münsteranerin in Berlin. Heute hat sie Lehraufträge an der TU Berlin und der Humboldt-Universität und leitet als Professorin zudem das Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR) der TU Berlin.

Expertin für umstrittene Denkmäler

Gabi Dolff-Bonekämper gilt als Expertin für umstrittene Denkmäler der jüngsten Vergangenheit und Orte des Gedenkens. Bereits mehrfach hat sie bei Projekten der Abteilung "cultural heritage and landscape" des Europarates mitgewirkt. Zuletzt bei "Cross Border Heritage" (2002-2006), für das sie die gleichnamige Publikation konzipiert und herausgegeben hat.

Kulturelles Gedächtnis und öffentlicher Raum

„Das fremde Erbe“ heißt ihr aktuelles Forschungsprojekt am Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR) der TU Berlin. In diesem Projekt geht es um die Suche nach dem Berliner Kulturerbe. Berlin war schon immer eine Stadt, in der sich Menschen aus verschiedensten Ländern angesiedelt haben. Mit ihrer Kultur haben sie die Stadt mitgestaltet und geprägt. Bei dem Projekt befasst sich Gabi Dolff-Bonekämper mit den türkischen Migranten und Migrantinnen in Berlin und mit ihrem Beitrag zur Stadt. Wo ist ihre Kultur in Berlin zu finden und wie wurde sie integriert?

Die Einbeziehung von Geschichte und Kultur spielt in den Arbeiten der Denkmal- pflegerin eine zentrale Rolle, auch beim Thema Häuser: Wie funktionieren sie, für wen sind sie gemacht, wer mag dort leben, wie sehen sie aus, wie sind sie entworfen, wie sind sie gemeint und geworden? Dabei hat Gabi Dolff-Bonekämper sich auch des Plattenbaus angenommen.

Genau hingucken!

Warum sollte man Plattenbau unter Denkmalschutz stellen? Mit diesem Auftrag hat sich Gabi Dolff-Bonekämper die Plattenbauten in der Karl-Marx-Allee und der Schillingstraße in Berlin genauer angesehen.

"Man kann nicht gleich mit dem Urteil fertig sein, Plattenbau, das kann ja nichts Besonderes sein."

Bei ihrer Arbeit mit den Gebäuden hat sie jedoch nicht das technische Verfahren oder den Zeitpunkt des Baus bewertet, sondern ist auf die Qualität des Entwurfes eingegangen: "Man muss sehr genau hinsehen", so Dolff-Bonekämper. Das hat sie auch getan. In ihrer Erfassung des Plattenbaus blickt sie auf die Fliesenornamente, die Schrift der Hausnummern, sogar die Schrauben am Hauseingang.