• Günter Höhne

    Sammler / Design

Hat Form und Zweck

Günter Höhne erzählt aus seinem beruflichen Leben und spricht über die Rolle der Fachzeitschrift form + zweck als Botschafter für Formgestaltung der DDR nach innen und außen.

Dabei berichtet Höhne auch über ostdeutsches Produktdesign, das sich seit Jahrzehnten ebenso in Westhaushalten wiederfindet.

Vermittler deutsch-deutscher Designgeschichte

Günter Höhne ist Autor mehrerer Fachbücher und Lexika, Ausstellungskurator, Kritiker, Dozent und rief die Online-Plattform „Industrieform DDR“ ins Leben.

Eines ist Höhne dabei nicht: Er ist kein Vertreter von „Ostalgie“. Vielmehr bezieht der diplomierte Journalist Stellung zu Gemeinsamkeiten im Prozess der Formgestaltung der ehemaligen DDR und Westdeutschlands.

Umfassend aufbereitet und bebildert finden sich 40 Jahre Designgeschichte in seiner Publikation „Die ge­teil­te Form – Deutsch-deut­sche De­si­gnaf­fä­ren 1949–1989“.

Die Platte als neutrale Hülle

Wie der Plattenbau in der DDR auch das Design der Wohnkultur beeinflusst hat, weiß Günter Höhne aus eigener lebendiger Erfahrung. Er hat über die Jahre mehrere Wohnungen im Plattenbau bezogen, unter anderem auch in der Zeit, als er zum Chefredakteur von form + zweck berufen wurde und damit die einzige Designfachzeitschrift der DDR inhaltlich geleitet hat. So berichtet Höhne von den Rastermaßen der Plattenbauwohnungen, die maßgeblich als Vorlage für Formgestalter dienten. Aber auch über seinen Biedermeier-Sekretär in Kombination mit dem Montagemöbelprogramm der Deutschen Werkstätten Hellerau (MDW). Für den 1943 in Zwickau geborenen und später in Berlin lebenden Höhne bot die Platte eine „neutrale Hülle“, um ein „Crossover seiner Wohnbedürfnisse“ passend umzusetzen.  

Gelenk zwischen Kultur und Wirtschaft

Dass Günter Höhne sich dran gemacht hat, an zahlreichen Schnittstellen die Designgeschichte der DDR aufzuarbeiten, ist sicherlich der Ignoranz einiger anderer Autoren oder Kuratoren geschuldet, die auf anerkanntem Terrain mit einem Satz Jahrzehnte des Produktdesigns eines Landes unter den Tisch fallen lassen.

Seine Erforschung und Dokumentierung gesamtdeutschen Designs und der Erkenntnisaustausch darüber, den Günter Höhne über die Jahre vorantrieb, fanden unter anderem Anerkennung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, das ihn mit dem „Lilienthal Designpreis 2007 – Ehrenpreis“
für sein designpublizistisches Lebenswerk ausgezeichnet hat. 

„gebrauchs gut"

Günter Höhne, der seinen Berufsweg zunächst als Lehrer begann, bevor er 1968 als Kulturjournalist zum Radio DDR wechselte, hat nach der Wende Designer aus den neuen Bundesländern für deren Tätigkeit unter den Bedingungen der sozialen Marktwirtschaft qualifiziert.

Aus seiner eigenen umfangreichen Sammlung an Produktdesign der DDR, die Höhne mit seiner Frau Claudia unterhält, stellt er seit Jahren Exponate für Museen und Dauerausstellungen zur Verfügung. Bei der von Höhne initiierten Ausstellung "gebrauchs gut - Ostdeutsches Design mit Tradition" konnten sich rund 60.000 Besucher in renommierten Museen in Leipzig, Frankfurt am Main und Hannover über die Designgeschichte der ehemaligen DDR informieren.

Mehr Infos

http://www.industrieform-ddr.de/

Buchempfehlungen

Die geteilte Form
Deutsch-deutsche Designaffären 1949 - 1989 

  • Fackelträger Verlag, Köln
  • 256 Seiten, über 200 Abbildungen
  • 19 x 23 cm, Hardcover
  • ISBN 978-3-7716-4421-5
  • Preis: 9,99 €

Das große Lexikon: DDR-Design 

 

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