• Manfred Prasser

    Romantische Platte

Nachdem Manfred Prasser im Berlin der 1980er Jahre das Schauspielhaus als Konzerthaus im Schinkelschen Sinne wieder auferstehen ließ und auch den Französischen Dom rekonstruiert hatte, nahm er sich mit seinem Kollektiv der Randbebauung rund um den Gendarmenmarkt an. 

„Die Platte muss nicht monoton sein“

In unserem Filmportrait erzählt der sympathische Architekt, wie die historisierenden Fassaden als Rahmen für die drei Monumentalbauten auf dem Platz entstanden. In der Markgrafenstraße ließ er den Marzahner Plattenbau in schillerndem Gewand erstrahlen, kaum wiederzuerkennen. „Ist eben doch nur eine Bautechnik“, betont Manfred Prasser immer wieder, „die Gestaltung liegt in den Händen der Architekten.“ 

Millimeterarbeit

Damit die Fassaden rund um den Gendarmenmarkt überhaupt so filigran gestalten werden konnten, musste erst eine neues Herstellungsverfahren her - mit Betonschalungen. Während bei der Standardplatte mehrere Zentimeter Längenabweichung an der Tagesordnung waren, erreichte Prasser in Zusammenarbeit mit Betoningenieur Dieter Letsch Abweichungen, die im Millimeterbereich blieben. Die Schalungselemente aus Beton konnten trotzdem preisgünstig hergestellt werden - im Gegensatz zu den teuren Stahlformen der französischen Camus-Technik. 

Der Romantiker

Der Architekt, Jahrgang 1932, bezeichnet sich selbst als Romantiker. Bevor er mit dem historischen Wiederaufbau des Gendarmenmarkts beauftragt wurde, hatte der selbe hochkreative Kopf  bereits den großen Saal für den Palast der Republik entworfen, die Perle des Volkspalastes: als Sechseck mit einer Bühne in der Mitte, entgegen den Vorstellungen der Bauakademie und allen technischen und terminlichen Widrigkeiten zum Trotz. Auch über 80-jährig hat Manfred Prasser noch Visionen. Innerstädtisch Wohnungen in menschlichem Maßstab mit viel Grün drum herum zu bauen, das bleibt sein Traum.

 

Film
Redaktion (inkl. Artikel): Anja Thompson / solartexte
Bild: Wolfgang Gaube
Regie: Uta Kolano & Wolfgang Gaube

Eine Produktion von DOKWORKERS im Auftrag der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH

Fotos
Die Bilder entstammen dem Film.