• PH 12 G

    PH 12 G

    Der Leuchtturm unter den WBS70

Die Bezeichnung des Plattenbau-Typs PH 12 G (Frankfurt/Oder) steht für „Punkthaus 12 Geschosse“.

Er wurde 1978 vom VEB Wohn- und Gesellschaftsbau Frankfurt/Oder entwickelt. Federführende Architekten waren Beige, Güttler und Hensel. Durch seine Kubatur setzt dieser Gebäudetyp städtebauliche Akzente an markanten Stellen. Im Berliner Stadtteil Fennpfuhl wurden z.B. vier Punkthäuser an das schmale Nordufer des dortigen Sees gesetzt. Von der Brücke aus betrachtet, spiegeln sich die Türme im Wasser und bilden eine Barriere zur stark befahrenen Landsberger Allee im Norden.

Das Prinzip

Die Gebäude beruhen auf dem Prinzip des WBS70, mit einem Raster von 6x6m. Gebaut wurde dieser Plattenbau-Typ in Frankfurt/Oder und Berlin. Im Erdgeschoss befinden sich Versorgungseinrichtungen und oft auch ein kleines Ladengeschäft/Kiosk. Die Obergeschosse 1 bis 11 sind jeweils 5 Wohnungen vorbehalten. Auf einer Grundfläche von nur 18,35 x 18,35 m sind somit 55 Wohnungen untergebracht.  

Quadratisch, praktisch, clever

Pro Geschoss befinden sich zwei 1-Raum-Wohnungen, zwei 2-Raum-Wohnungen und eine 3-Raum-Wohnung. Alle Apartments sind mit einem großen Balkon ausgestattet, der zu einer sonnigen Himmelsrichtung ausgerichtet ist. Im Norden befinden sich der Hauseingang, der Aufzug, das Treppenhaus und der Raum für den Müllabwurf; letztere sind mit Fenstern ausgestattet. Im Kern des Gebäudes sind Abstellkammern für die Wohnungen angeordnet, da es keinen Keller gibt.

Verschiedene Blickwinkel

Ein Merkmal der Fassade sind die Balkonreihen, welche ein- bzw. zweireihig angeordnet sind. Auf der Nordseite befinden sich keine Balkone, jedoch die Fensterreihen von Treppenhaus und Müllraum, sowie die Fenster der Schlafzimmer der 3-Raum-Wohnung. Für den Betrachter hat das Haus damit aus keiner Richtung aus gesehen eine identische Fassadenstruktur. Die Fassaden- und Balkonplatten wurden unterschiedlich gestaltet: In Waschbeton, ab Werk verputzt oder mit verschiedenfarbigen Keramiken.

Die Zukunft spricht PH 12 G?

Gerade in Großstädten fehlt es an Bauplatz – und an kleinen Wohnungen. Der steigenden Zahl an Singlehaushalten wird das Punkthaus PH 12 G hervorragend gerecht. Mit minimalen Änderungen des Grundrisses und der Möglichkeit, jede Wohnung besonnen zu lassen, ist der PH 12 G die optimale Lösung, auf kleinem Raum ansprechende Wohnungen anzubieten. Das Konzept ist zukunftsfähig - eine Neuauflage nach dem Prinzip dieses Plattenbau-Typs wäre damit ein interessanter Denkanstoß.

 

Quelle

  • IEMB

Eckdaten

  • Laststufe 6,3 t
  • Außenwände in Normalbeton, 3-Schicht-Platten mit Kerndämmung
  • Innenwände in Normalbeton, 4 bis 15cm dick
  • Deckenplatten in Spannbeton, Stahlbeton, Vollbeton
  • nicht unterkellert
  • kann versetzt als Segment in Reihe angeordnet werden
  • Wohnungsgrößen 32,7 bis 66,33m²