• Platte unter Strom

    Platte unter Strom

    Die Kunst von Evol

Platte in Lüneburg © Evol, Foto (Detail): Apostoloff

Von Stencils und Klischees

Evol gilt als einer der Begründer der Stencilart. Mittels angefertigter Schablonen trägt er Bilder in vielen Schichten auf – am Ende wirken diese so real wie ein Foto. So trägt Evol dazu bei, eine Überraschung zu erzeugen. Manchmal auch ein Verdutzen, doch meist ein Lächeln. Unerwartet ragt hier ein Plattenbau neben einem Hauseingang auf, plötzlich dort eine Wohnmaschine neben der Regenrinne. Die Platte wird zur Miniaturlandschaft, monströs, unpersönlich, anonym. Ein Spiel mit den Klischees.

Unauffällig, ungeliebt und oft auch nicht schön

Evol macht Kunst, wo’s keinen kümmert, mit Gegenständen, die keiner will. Die Inspiration kommt von draußen, von der Straße. Bilder ohne Menschen. Doch mit den Spuren, die Menschen hinterlassen. Da gibt es kein Spektakel, keine Effekthascherei. Von weitem sieht der Betrachter ein Foto, kommt er näher, transformiert sich dieses. Man erkennt Tiefen, Strukturen, der Untergrund wird sichtbar. Von Beton, über Plastik bis zu alten Kartons – keines der Fundamente für die Stencils ist eine ebene Leinwand. Statt Pinsel nutzt Evol die Spraydose.

Archiv banaler Überaschungen

Archiviert werden Orte, die kurz vor dem Verschwinden stehen. Die Schönheit von Unordnung und des Banalen tritt nach vorn. Es ist immer wieder ein ironischer Kommentar zum Städtebau, zu dem, was wir Stadt nennen. Gern dreckig. Gern abseits. Und immer wieder überraschend.

 

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Archiv banaler Überaschungen

© Evol, Foto: Kalev Kevad