• Q3A

    Q3A

    Schnell, günstig, fugenfrei

Um es gleich vorwegzunehmen: Der Q3A ist kein Plattenbau im eigentlichen Sinne. Dieser Gebäudetyp in Querwandkonstruktion wurde in Blockbauweise erstellt. Als häufiger Vertreter und Pionier des industriellen Massenbaus der Nachkriegszeit gehört der Q3A jedoch dazu.

Q3A steht für Querwandtyp (Nr. 3) Variante A. Diese Variante – für den Betrieb mit Ofenheizungen – wurde ab 1957 als vorläufig einzige Bauweise für den Massenwohnungsbau vorgesehen. Die Typenserie wurde entwickelt vom Institut des Chefarchitekten für Groß-Berlin (Architekten Gisske und Kaiser). Die baureife Ausführung erfolgte durch Architekt Sbrzesny vom Institut für Typung. Von 1957 bis 1969 wurden 28.600 Wohneinheiten dieses Typs gebaut. Er wurde erdacht für städtische Standorte in Berlin.

Block vs Platte

Die damaligen Hebefahrzeuge konnten maximal 0,8 t tragen. So kam es, dass nur kleine Plattenelemente eingesetzt werden konnten. Eine Wand in Blockbauweise bestand also aus mehreren einzelnen Betonelementen. Bei der Plattenbauweise hingegen wurde die komplett fertige Wand als Ganzes montiert, ein Bauelement wiegt 5 bis 9 t.

Zum Vergleich: für eine etwa gleich große Wohnung benötigte man in der Blockbauweise ca. 150 Elemente – in der Plattenbauweise nur ca. 30. Das Bauen wurde somit immer effizienter.

Wohnungsgrößen

  • Zweiraumwohnung
    36,15 m² und 48,30 m²
  • Dreiraumwohnung 55,97 m²
  • Vierraumwohnung 66,69 m²

Haus-Recycling und Kosmetik

Um Beton einzusparen, wurde in den ersten Jahren des Bauens ein Zuschlag in den Leichtbeton gemischt: Ziegelsplit. Diesen gewann man aus den Trümmern zerbombter Häuser des Berliner Stadtzentrums. Um die Fensteröffnungen läuft ein Stahlbeton-Ringanker. Die Außenwände des Q3A wurden innen wie außen nach der Montage verputzt. So blieb das Fugenraster verborgen. Viele der Giebelwände erhielten nachträglich eine Wärmedämmung.

Bereits in den Entwürfen von 1956/57 wurde darauf hingewiesen, dass qualitativ hochwertigere Materialien zum Einsatz kommen sollen, sobald Beschaffung, Technik und Finanzen dies ermöglichen.

Der Q3A erhielt ein minimal geneigtes Flachdach, Außenküchen und Innenbäder. Die kleinen Zweiraumwohnungen erhielten ein winziges Duschbad, allen anderen ein Bad mit Wanne. Typisch war der Einsatz der Ofenheizung. Der Abstand der Innenquerwände beträgt 2,40 m bzw. 3,60 m, die Gebäudetiefe 9,99 m. Die Häuser wurden in bis zu 4 Segmenten mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen gereiht, die Gebäudelänge beträgt 57,60 m bis 67,20 m.

Eckdaten

  • Laststufe 0,8 t
  • Außenwände in Leichtbeton, einschichtig, 29 cm dick
  • Innenwände in Leichtbeton, 19 cm dick
  • Deckenplatten in Spannbeton oder Stahlbeton; 19 cm dick
  • Trennwände aus Vollgips, 5 cm dick
  • unterkellert

Immer ein bisschen anders

Es wurden überwiegend viergeschossige Gebäude entwickelt, seltener fünfgeschossige. Die Fassaden wurden unterschiedlich gestaltet: Entweder mit zweireihig angeordneten Balkonen oder französischen Fenstern oder einer Kombination aus beidem. Manchmal erhielten die Wohnung im Hochparterre keine Balkone. In der Regel sind die Häuser zum Eingangsbereich mit Vorgärten ausgestattet.

 

Quellen

  • IEMB
  • IRS / Deutsche Architektur 1957 Heft 3
Immer ein bisschen anders