• Wohnen in Wrocław

    Wohnen in Wrocław

    Der Balkon macht's

Die Dekade der 1970er-1980er Jahre gilt als die Phase der intensivsten Entwicklung des Wohnungswesens in Polen. Hier findet man eine gewisse Belebung der Wohnblockarchitektur: die Baukörper werden durchbrochen, indem man rhythmische Mauervorsprünge oder expressive "Zerzauselungen" anwendet. Die unkonventionellsten Wohnblockformen entstanden in Wrocław.

Unkonventionelle Platten

Jadwiga Grabowska-Hawrylak, Architektin der Siedlung am Wrocławer Plac Grunwaldzki (genannt "Manhattan") war eine Pionierin der polnischen Nachkriegsarchitektur. Sie arbeitete als erste mit gerundeten Fassadenschalen und Balkonbrüstungen. So entstanden die weichen, fast durchbrochenen Fassaden der einzeln stehenden Punkthäuser.

Architekt Witold Jerzy Molicki folgte Grabowska-Hawrylak mit seinen ausdruckvollen, skulpturalen Fassaden der Siedlungen Popowice und Przyjazn. 

In den Projekten "Plac Grunwalzki" und "Przyjazn" verbinden beide Architekten einen konzeptuellen Rigorismus mit der Anmut der flüssigen Fassadenformen. Dazu Fotograf Andreas Bastian:

"Besonders in der osiedle Przyjazn fiel mir auf, dass es in Plattenbausiedlungen entgegen der gängigen Stereotypen ein intaktes soziales Zusammenleben und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander geben kann. Allerdings findet dieses um so weniger statt, wenn die Häuser ausschließlich in die Höhe schießen, wie bei der Siedlung "Manhattan"."

Andreas Bastian

Alle Fotos in der Galerie stammen vom Fotografen Andreas Bastian.

Andreas Bastian (geb. 1968) stammt aus Bremen. Er ist Pressefotograf und Mitinhaber der Caro Fotoagentur in Berlin, sowie der agencja fotograficzna caro in Poznań, Polen. Dort lebt und arbeitet er seit 11 Jahren. Der polnischen Sprache mächtig, hat er unser Nachbarland zu einem Schwerpunkt seiner Tätigkeit gemacht.

Carofoto

Andreas Bastian