• IRS - Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung

    IRS - Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung

Die Wissenschaftlichen Sammlungen des IRS sind das einzige Archiv in Deutschland, das auf die Architektur- und...

Datum: 18.03.2013

 

Die wissenschaftlichen Sammlungen des IRS

Die Sammlungen des IRS wurden bei der Evaluierung durch den Wissenschaftsrat im Jahre 1991 als „die wohl vollständigsten Sammlungen und Dokumentationen zur Stadtbaugeschichte der ehemaligen DDR und der historisch wichtigen Städtebau- und Architekturelemente in den neuen Bundesländern“ bewertet.

Die Sammlungsbestände sind ein Depot für Nachlässe, Schriftgut, Pläne, Zeichnungen und Bilddokumente. Hinsichtlich ihrer Bestände sowie ihrer begleitenden Aktivitäten – vor allem Konferenzen und Publikationen – sind die wissenschaftlichen Sammlungen des IRS zu dem Zentrum für die historische Dokumentation und Erforschung der Bau- und Planungsgeschichte Berlins und der ehemaligen DDR geworden. Den Schwerpunkt bilden arbeits- und forschungsbegleitende Materialien aus verschiedenen Abteilungen des ehemaligen Instituts für Städtebau und Architektur (ISA) an der Bauakademie der DDR.

Dieses Konvolut von wissenschaftlichem Schriftgut und kulturgeschichtlich wertvollen Sammlungsbeständen - wie der Teilnachlass des Architekten Max Berg - wurde in den 1960er Jahren unter Kurt Junghanns, Leiter des Instituts für Baugeschichte der Bauakademie der DDR, als Grundstock für ein damals geplantes Architekturmuseum zusammengetragen.

Der reichhaltige Bestand an Materialien zu Theorie und Geschichte der Baukunst entstand im Rahmen der Arbeit des gleichnamigen Instituts der Bauakademie. Vor allem der Basler Architekt Hans Schmidt (1893-1972) stimulierte die theoriebezogene Forschung.

Der besondere Schatz

Besonders wertvoll für die Baugeschichtsforschung ist eine Dokumentensammlung über die städtebaulichen Wettbewerbe der SBZ/DDR von 1946 bis 1989. Der Bestand, der 1998 innerhalb der Dokumentenreihe des IRS „REGIO doc“ dargestellt wurde, enthält Wettbewerbsausschreibungen und Protokolle, Fotos der prämierten und ausgeschiedenen Beiträge, Broschüren, Lagepläne, konzeptionelle Ausarbeitungen und Schriftwechsel u.a. zu allen Bezirksstädten der DDR. In manchen der hier dokumentierten Wettbewerbe, so lässt sich ohne Übertreibung sagen, spiegeln sich exemplarisch die verschlungenen Entwicklungslinien sozialistischer, teilweise auch deutsch-deutscher Architekturpolitik wieder.

Mit der Übernahme der Unterlagen des Bundessekretariats des Bundes der Architekten der DDR (BdA) wurde der Dokumentensammlung des IRS ein weiterer bedeutender Bestand hinzugefügt. Neben stenographischen Niederschriften der Präsidiumssitzungen und Bundesvorstandssitzungen umfasst der Bestand Dokumentationen von Seminaren und Kongressen, Unterlagen zu vom BdA ausgeschriebenen Wettbewerben sowie Studien und Expertisen. Ebenso zum Bestand gehören ca. 7.000 Aufnahmeanträge des BdA, eine Fundgrube für die kollektivbiografische Forschung zur ostdeutschen Bau- und Planungsgeschichte, die Auskunft geben über die Architekten, ihre Ausbildung, ihre Publikationen, Wettbewerbserfolge und ihre Bauten.

Herausragend

Zu den herausragenden Beständen zählen die Nachlässe von 34 bedeutenden Architekten und Landschaftsplanern der DDR und aus der Zeit vor 1945, so u.a. von Max Berg, Reinhold Lingner, Gustav Lüdecke, Werner Rösler, Helmut Stingl, Bruno Flierl, Dorothea Tscheschner oder Wilfried Stallknecht.

Eine Besonderheit der Wissenschaftlichen Sammlungen ist die umfangreiche Fotosammlung, die über 100.000 Fotos, Dias und Negative umfasst. Der Schwerpunkt der Bestände liegt dabei auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und stammt im Wesentlichen aus der Zeit von 1945-1989. Das Bildarchiv verfügt jedoch auch über eine Reihe von Sondersammlungen, vor allem in Form von Luftaufnahmen.

Das ehemalige Wissenschaftliche Archiv des Instituts für Städtebau und Architektur beinhaltet 769 Forschungs- und Entwicklungsberichte, die nicht zur Veröffentlichung gelangt sind. Es handelt sich um Unikate, die im ISA und in Kooperation mit anderen Instituten erarbeitet wurden. Dieser Bestand ist mit einem eigenen Schlagwortkatalog erschlossen und stellt eine noch weitgehend unerforschte Fundgrube theoretischen Wissens über die DDR-Bau- und Planungsgeschichte dar.

Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS)

Historische Forschungsstelle /
Wissenschaftliche Sammlungen zur Bau- und Planungsgeschichte der DDR

Flakenstr. 28-31
15537 Erkner

Öffnungszeiten IRS Archiv

Mo-Do 9.00 - 12.00, 12.30 - 16.00 Uhr
Fr 9.00 - 12.00, 12.30 - 14.00 Uhr

Kontakt

Tel.: 03362 / 793-0

Archiv: Alexander Obeth
Forschung: Dr. Harald Engler

www.irs-net.de

Bilder v.l.n.r.: Pavillon des IRS-Gebäudes in Erkner / Darstellung Heinrich-Heine-Viertel, Berlin-Mitte, Deutsche Architektur 1957 Heft 4. Alle Fotos © IRS-Archiv