• Möbelarchiv Weimer

    Möbelarchiv Weimer

Wer sich für die Regalsysteme, Sitzmöbel, Klappbetten und Küchenzeilen interessiert, die zu DDR-Zeiten größtenteils für...

Datum: 18.03.2013

 

Das Spezial-Archiv

Im Jahre 1991 bot Michael Weimer, der Sohn des Hellerauer Fotografen Friedrich Weimer, der Deutschen Fotothek sein Spezialarchiv zur Möbelindustrie der DDR zum Kauf an. Enthalten sind Aufnahmen seines Vaters und von ihm selbst, in denen die gesamte Entwicklung dieses Industriezweiges auf einzigartige Weise dokumentiert wird.

Zunächst wurde jener Teil der fotografischen Dokumentation erworben, der seit 1956 auf den Möbelmessen zur Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse entstanden ist, später kam noch das Archiv zu den Deutschen Werkstätten Hellerau und ihrer Nachkriegsproduktion hinzu.

Insgesamt sind damit ca. 10.500 Schwarz-Weiß- und Farbnegative (in vielen Fällen sogar mit Arbeitsabzügen aus der Entstehungszeit) in die Sammlung der Deutschen Fotothek, einer Abteilung der Sächsischen Landesbibliothek, eingegangen. Das ist für die Designgeschichte eine wichtige und selten vollständige Bilddokumentation.

Friedrich Weimer

Geboren 1913 in Dresden, absolvierte Weimer zunächst eine Lehre als Buchdrucker, die er 1933 erfolgreich beendete. Während der Lehrzeit erwachte sein Interesse für die Fotografie und er trat einem Amateur-Fotoklub bei.

1938-1939 absolvierte er dann eine Lehre als Fotograf bei Reinhard Berger in Dresden. Ab 1944 war er als selbständiger Fotograf tätig. 1950 erwarb er bei der Handwerkskammer Dresden den Meistertitel. Zusammen mit seiner Frau Ruth, ebenfalls Fotografenmeisterin, schuf er zunächst überwiegend Porträtaufnahmen.

Nachdem in den 1950er Jahren erste Fotoserien von Möbeln auf der Leipziger Messe und auch im Auftrag einzelner Möbelhersteller entstanden waren, spezialisierte sich Friedrich Weimer ab Mitte der 1960er Jahre zunehmend auf die Übernahme solcher Aufträge in der Industrie und Architektur. 1972 bis 1991 arbeitete er vertraglich gebunden für die gesamte Möbelindustrie der DDR.

Michael Weimer

Als Sohn des Fotografen Friedrich Weimer 1946 in Dresden geboren, ging Weimer junior nach dem Abitur von 1964 bis 1966 im elterlichen Handwerksbetrieb in die Fotografenlehre. 1970-1974 absolvierte er ein Fernstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, welches er mit dem Abschluß als Fotografiker beendete.

Von 1966 bis 1991 war er als Fotograf für angewandte Fotografie in der väterlichen Firma angestellt. 1992 übernahm er dieselbe und ist seither auf den Gebieten der Industrie-, Möbel-, Sach- und Architekturfotografie tätig.

Von 1991 bis 2000 beteiligte sich Michael Weimer an der "Dokumentation der Bau- und Kunstdenkmale auf dem Gebiet der ehemaligen DDR", ein Projekt, welches die Deutsche Fotothek zusammen mit dem Bildarchiv Foto Marburg - gefördert von der Volkswagen-Stiftung - übernommen und realisiert hatte. In diesem Zeitraum fertigte Michael Weimer etwa 6.700 Neuaufnahmen für den Bestand.

DDR-Möbel online 

Wer sich also für die Regalsysteme, Sitzmöbel, Klappbetten und Küchenzeilen interessiert, die zu DDR-Zeiten größtenteils für Plattenbauwohnungen entworfen und hergestellt wurden, kann im Online-Katalog der Fotothek unter "Möbelarchiv Weimer" stöbern. Hier sind alle Fotografien von Friedrich und Michael Weimer zu sehen, versehen mit Jahreszahl und dem Namen des herstellenden Betriebs.

Sächsische Landesbibliothek
Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

Zellescher Weg 18
01069 Dresden

Kontakt

deutsche.fotothek@slub-dresden.de
www.deutschefotothek.de

Bild oben links: Jugendzimmer "Jef" (Modell 458) Ansicht mit Anbauwand, Hocker, Flachstrecke und Bett Deutsche Werkstätten Hellerau, 1972. Bild oben rechts: Sessel, Möbelkombinat Erfurt MKE, 1972. Alle Fotos © SLUB/Deutsche Fotothek