Hausmeister Rolf gibt Tipps und konkrete Anleitungen zum Bohren und Tapezieren.

1 | Bohren in die Platte

Rolf, unser Hausmeister, stellt sich vor. Er ist Hausmeister mit dem Herzen am richtigen Fleck und immer voll bei der Sache. Das Bohren in der Platte ist für ihn kein Problem. Denn er kennt alle Tipps und Tricks rund ums Bohren und gibt diese jedem Interessierten auch gern weiter. 

  • Nägel in die Wände schlagen geht nicht wirklich. Man sollte bohren. Nur zum Beispiel für Bilder, bei denen die Positionen nicht exakt ausgemessen sein muss, gibt es eine Chance: Man kann versuchen, einen Beton-Nagel genau in eine Pore der Betonwand zu schlagen. Dort geht es mitunter. Der Haken dabei: Das funktioniert nur bei blanken Wänden. Ist tapeziert oder verputzt, findet man die Poren wohl kaum. 
  • Beim Bohren in die Platte erlebt man keine großen Überraschungen. Die ursprünglichen Wände und die Decke sind aus Beton – und dementsprechend hart. 
  • Auch die ca. 70 mm dünnen Innenwände eignen sich zur Aufhängung von Gegenständen. Bei leichten Lasten reicht mitunter eine Bohrtiefe von nur 40 mm bei einem Durchmesser von 4–6 mm.   

Material:

  • eine Platte
  • Schlagbohrmaschine
  • scharfer Betonbohrer

2 | Ausrüstung zum Bohren

Es heißt nicht ohne Grund: hart wie Beton. Deshalb: Ohne Schlagbohrer mit der sogenannten Hammerfunktion geht es nicht. Für kleine Sachen reicht ein 4 mm oder 6 mm, für große ein 8 mm spitzer Betonbohrer mit 50 mm Länge. Die Dübel immer in der gleichen Größe wählen. Am besten Mehrzweck-Spreizdübel mit Dübelrand verwenden. 

  • Man benötigt eine Schlagbohrmaschine, eine Bohrmaschine mit Hammerfunktion und scharfe Betonbohrer. Mit stumpfen Bohrern wird es anstrengend.  
  • Zuerst mit einem dünnen Bohrer, Durchmesser 4 mm, vorbohren. Für leichte Lasten dann mit einem 6-mm-Bohrer aufbohren, bei schweren Lasten benötigt man einen 8-mm-Bohrer. 

Material: 

  • Schlagbohrmaschine und scharfe Betonbohrer, Durchmesser: 4, 6 und 8 mm.
  • Empfehlung Spreizdübel mit Dübelrand z. B. Fischer SX 6 x 30 oderTox Allzweckdübel 4AS-K Deko 6 x 41 mm

3 | Bohren macht Staub

Bohren macht jede Menge Staub. Und damit es nicht unkontrolliert rieselt, rät Rolf: Zu zweit geht es einfach besser. Einer bohrt, der andere hält die Staubsaugerdüse. Fürs Bohren an der Decke gibt es einen praktischen Telleraufsatz für die Bohrmaschine aus dem Baumarkt. Ist nicht teuer. Ein Pappteller tut es aber auch. 

  • Es lässt sich nicht ändern, Bohren ist staubig. 
  • Ist man zu zweit, kann der Zweite direkt beim Bohren absaugen. Und nicht vergessen: den Staubsauger auch anmachen. 
  • Wichtig: Bohrlöcher immer aussaugen. In staubfreien Bohrlöchern hält der Dübel besser. 
  • Zum Schutz der Augen hilft beim Bohren über Kopf eine Schutzbrille. Eitle greifen zur Sonnenbrille.   

Material:

  • Schlagbohrmaschine
  • Staubsauger
  • der zweete Mann
  • Brille, Telleraufsatz oder Pappteller

4 | Bohren für leichte Dinge

Es gibt dünne Wände in der Platte mit nur 70 mm Stärke. Hier muss man aufpassen, damit man nicht durchbohrt. Man nehme zum Vorbohren einen 4 mm spitzen Betonbohrer. Dann kommt ein 6-mm-Bohrer und danach ein 6-mm-Dübel mit 30–40 mm Länge dran. Mithilfe eines Klebebands markieren wir am Bohrer 40 mm, dann wissen wir, wie tief gebohrt werden darf.

  • Bei den 70 mm dünnen Innenwänden muss man aufpassen, dass man nicht aus Versehen durchbohrt. Bohrt man tiefer als 50 mm, haut einem die Schlagbohrmaschine das letzte Stück aus der Wand und man hat im Nachbarzimmer ein fettes, ausgebrochenes Loch. 
  • Ein kleiner Tipp: von der Spitze des Bohrers 45 mm abmessen und rundherum einfach mit Klebeband (z.B. Tesakrepp) markieren, dann nur bis zum Klebeband bohren.
  • Für die Aufhängung von leichten Dingen zunächst mit einem 4-mm-Bohrer vorbohren und mit einem 6-mm-Bohrer das Loch aufbohren. Als Bohrtiefe sind ca. 45 mm ausreichend. 
  • Einen 6 mm Dübel mit einer Länge von 30–40 mm in das Bohrloch stecken, dazu die passenden 4-mm-Schraube bzw. einen 4-mm-Haken.

Material: 

  • Schlagbohrmaschine
  • scharfe Betonbohrer, Ø 4 mm, 6 mm
  • diverse Dübel z.B. Fischer SX 4 x 20, SX 6 x 30, FU 6 x 35z. B. Tox Trika 6/36, Deko 6/28, Deko 6/41> diverse Schrauben, Haken 3 x 20 mm, 4 x 35 mm
  • Hammer, Schraubenzieher, Kombizange, Akkuschrauber

5 | Bohren für schwere Lasten

Bei schweren Gegenständen geht es zur Sache. Es muss tief gebohrt werden mit 8 mm spitzem Betonbohrer, dann kommen 8-mm-Dübel mit ca. 50 mm Länge rein. Bei dünnen Wänden wird es spannend. Hier heißt es: durchbohren und dann verspachteln. Dann kann auch an dünne Wände Schweres gehängt werden.

  • Bei schweren Dingen, wie Küchenschränken oder Regalen, sind Dübel mit einem Durchmesser von 8 mm notwendig, die Tiefe der Löcher sollte mindestens 50 mm aufweisen. 
  • In die Außenwände kann man unbesorgt tiefer als 50 mm bohren. 
  • Bei den dünnen Innenwänden kann man mit einem dünnen Bohrer bewusst durch die Wand durchbohren. Aber immer schön vorsichtig: Je mehr man drückt, desto größer ist das Mauerstück, das auf der anderen Seite herausbricht. 
  • Man sollte selbstverständlich sichergehen, dass im Nachbarzimmer nichts an der Wand hängt. 
  • Dieses Loch bohrt man auf 8 mm auf und steckt einen 8-mm-Dübel hinein. Die entsprechenden Haken oder Schrauben, z. B. 4,5 x 50 mm, werden sicher halten. 
  • Zum Schluss spachtelt man dann noch die ausgebrochenen Stellen im Nachbarzimmer wieder zu und streicht über. 
  • Ein kleiner Tipp: Am besten macht man sich vor dem Tapezieren oder Streichen Gedanken, wo schwere Dinge an der Wand hängen sollen, und bohrt die entsprechenden Löcher. Nachträgliche Ausbesserungsarbeiten, z. B. bei tapezierten Wänden, sind immer umständlich.

Material: 

  • Schlagbohrmaschine
  • scharfe Betonbohrer, Ø 4 mm, 8 mm
  • diverse Dübel z.B. Fischer SX 8 x 40, FU 8 x 50, z. B. Tox Trika 8/51
  • diverse Schrauben, Haken 4,5 oder 5 x 50 mm> Hammer, Schraubenzieher, Kombizange, Akkuschrauber 

6 | Tapezieren in der Platte, die Vorbereitung

Deine Platte soll eine neue Tapete erhalten aber es klebt noch eine alte Raufaser im Weg? Kurz: Die alte Raufaser muss weg. Der Untergrund für die neue Tapete sollte perfekt sein – macht Arbeit sieht aber nachher besser aus. 

  • Zum Ablösen alter Tapeten Tapetenablöser-Konzentrat in warmen Wasser auflösen und mit einem Quast satt auf der Wand verteilen. Das kannst du ein bis zwei mal wiederholen. Dann den Tapetenablöser einziehen lassen. Wichtig: Den Boden und die Möbel mit Abdeckfolien schützen. 
  • Theoretisch lässt sich die Tapete jetzt ganz einfach abziehen. Praktisch ist das leider nicht immer so.
  • Kleine Risse oder Dübellöcher mit Spachtelmasse ausbessern. 
  • Zum Tapezieren muss der Untergrund trocken, glatt und sauber sowie trag- und saugfähig sein. 
  • Dann kann tapeziert werden. 

Eine detaillierte Anleitung zum Tapezieren und den Vorbereitungen findet man auch unter: http://www.tapezieren.com

7 | Tapezieren in der Platte, die Vliestapete

Manchmal muss es was Besonderes sein. In Kooperation mit extratapete bietet jeder-qm-du eine exklusive Tapetenkollektion an.
Das Tapezieren dieser Vliestapeten geht ganz einfach.

  • Schalter und Steckdosen müssen vorher abgeschraubt werden. Die Öffnungen werden einfach über tapeziert und zum Schluss vorsichtig mit einem Cutter freigeschnitten. Aber Vorsicht: Immer erst die Sicherung ausschalten!
  • Vliestapeten werden Stoß auf Stoß verklebt. 
  • Die Wand muss sauber glatt und trocken sein.
  • Im Unterschied zur Raufaser- wird bei der Vliestapete die Wand eingekleistert. Dafür gibt es Spezialkleister, extra für Vliesttapeten. Mit einer Rolle lässt sich der Kleister gleichmäßig auftragen. Rollt man anschließend die Tapete mit einem Gummiroller fest, gibt es auch keine Blasen. 

Material:

  • eine Vliestapete
  • Spezialkleister für Vliestapeten
  • ein Eimer
  • eine Fließrolle oder einen Quast
  • eine Moosgummirolle
  • ein Cutter oder Teppichmesser