• IW 65 Magdeburg

    IW 65 Magdeburg

    Zwischen Block und Platte

Von 1958 bis 1990 errichtete die DDR 2,1 Millionen Wohnungseinheiten in industrieller Bauweise. Jedoch sind nicht alle Wohnbauten Plattenbauten im engeren Sinne. Zum Bauen mit Fertigteilen gehörten auch die Block- und die Streifenbauweise. Ein wesentlicher Unterschied: Während beim Plattenbau jede Raumwand aus einem Element besteht, setzen sich die Wände in der Block- und Streifenbauweise aus mehreren vorfabrizierten Teilen zusammen.

Block- und Streifenbauweise

Doch auch Block- und Streifenbauweise unterscheiden sich untereinander hinsichtlich der Anzahl der Elemente. Der Streifenbau entwickelte den Blockbau weiter, indem er die Anzahl der notwendigen Fertigteile reduzierte. Der Grund war die Einführung eines neuen Turmdrehkrans. Der Rapid III/2 konnte bis zu zwei Tonnen heben. Davor waren es lediglich 0,8 Tonnen. Dementsprechend wurden schwerere, das heißt größere Elemente produziert und verwendet. Bis 1989 wurden 43.000 Wohneinheiten in Streifenbauauweise verwirklicht.

Eckdaten

  • Laststufe 2 t
  • Grundraster 1,2 × 1,2 m
  • 4-5 Geschosse
  • Geschossbreite, Sektion 1: 16,8 m, Sektion 2: 13,2 m, Sektion 3: 14,4 m
  • Gebäudetiefe: 9,6 m
  • Geschosshöhe in der Regel 2,80 m

Vom IW 65 zum IW 64

Im Typenkatalog "Wohnungsbau und gesellschaftliche Bauten" von 1965 führte die Deutsche Bauakademie die Serie IW 65 Magdeburg (IW: Industriewohnungsbau) exemplarisch für die Streifenbauweise auf. Sie war für vier- bis fünfstöckige Wohnbauten vorgesehen.

IW 65 wurde erstmals 1966 in Jena-Neulobeda  umgesetzt und ist eine direkte Weiterentwicklung der Blockbauserie IW 64. In beiden Serien bestehen die Fertigteile aus Leichtbeton und erhielten ihren Putz auf der Baustelle. Auch waren die Grundrisse der Wohnungen und die Dachkonstruktionen identisch: Zur Auswahl standen ein steiles Satteldach mit einer Neigung von 75 Grad und eine flache Variante mit 10 Prozent.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Reduktion der vorgefertigten Elemente. Die Fassade der IW-65-Serie besteht aus drei horizontalen Streifen: in der Mitte eines Stockwerkes eine Schicht aus Fenstern und Mauerpfeilern, darunter und darüber Brüstungselemente identischer Größe. Auch im Inneren zeigen sich Unterschiede: So setzten sich die tragenden Wände beim Blockbau der Serie IW 64 aus bis zu acht Tafeln zusammen, beim Nachfolger IW 65 sind es maximal drei.

Varianten und Grundrisstyen

Die IW 65 Magdeburg konnte sowohl mit Kachelofenluftheizungen als auch mit Anschlüssen für Fernwärme umgesetzt werden. Zur Serie gehören drei verschiedene Grundrisse, auf Sektionen unterschiedlicher Länge gründend. Sektion I sah pro Geschoss drei Zweiraumwohnungen vor, Sektion II eine Zwei- und eine Dreiraumwohnung und Sektion III zwei Dreiraumwohnungen oder eine Vier- und eine Zweiraumwohnung. Bis auf die Zweiraumwohnung in Sektion I verfügen alle Wohnungen über eine separate Arbeitsküche und ein Tageslichtbad. Das Treppenhaus liegt an der Vorderseite, an der Rückseite befinden sich französische Fenster oder Balkone.

Wohnungsgrößen

  • Einraum: 25,00 Quadratmeter
  • Zweiraum: 40,60 bis 48,00 Quadratmeter
  • Dreiraum: 57,70 Quadratmeter
  • Vierraum: 73,55 Quadratmeter