• Olympisches Dorf München

    Olympisches Dorf München

    Reihenhäuser im Miniformat

Als Studentendorf geplant, wurde die Reihenhaussiedlung mit 800 Wohnungen aus Anlass der olympischen Spiele 1972 gebaut, neben einigen Hochhäusern. Nach der Olympiade haben die Studenten wieder die Regie übernommen. Sie verwalten die Siedlung selbst und gestalten sie nach eigenem Geschmack.

Der Berliner Fotograf Udo Meinel hat sich für uns im Studentendorf am Olympiapark in München umgesehen und seine Eindrücke in Bildern festgehalten.

„Das Ensemble hat die Anmutung von Altstadtgassen mit kleinen Plätzen dazwischen.“

Original und Fälschung

Die teppichartige Sichtbetonstruktur der Mini-Reihenhäuschen mit je einer eigenen Terrasse wurden 1970 nach den Entwürfen des Architekten Werner Wirsing realisiert. Die kerngedämmten Betonfertigteile stellten die Bauarbeiter in einer Feldfabrik auf der Baustelle her. Die reinen Baukosten betrugen damals nur 12.000 DM pro Haus.

Dass das Ensemble heute recht nüchtern wirkt und die Häuschen in gutem baulichen Zustand sind, liegt daran, dass die Siedlung 2007 komplett abgerissen und bis Anfang 2010 neu aufgebaut wurde.

Zu eklatant waren nach 36 Jahren die baulichen Schäden an Dächern, Wärmedämmung und den unterirdisch verlegten Rohrleitungen, als dass die Bungalows zu einem angemessenen Preis hätten saniert werden können. Das Studentenwerk entschied sich im Einvernehmen mit dem Denkmalschutz und in Zusammenarbeit mit dem heute über 90-jährigen Architekten Wirsing für einen Neubau der zweigeschossige Reihenhaussiedlung.

Heute stehen 1052 Häuschen anstelle von 800 zwischen den sanften Hügeln des Olympiaparks. Die neuen Häuser sind noch kleiner als vorher: 18 Quadratmeter Wohnfläche anstelle von 24 haben die Studenten heute zu Vefügung - dafür aber nach wie vor eine eigene Haustür, ein eigenes Bad und eine eigene Dachterasse.

Individualität selbst gemacht

Langsam kehrt auch Farbe zurück ins Studentendorf. Ursprünglich waren alle Objekte gleich, die Individualität kommt von den Bewohnern. Neben dem bestehenden Ensembleschutz gibt es einen weiteren Grund, weshalb sich das Studentenwerk für eine Rekonstruktion der Ursprungsplanung aus den 60er Jahren entschieden hat: die Siedlung hat soziologisch sehr gut funktioniert mit ihrer Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft. 


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