Berlin zu Füßen & Weite im Blick

Plattenbau-Interior: Zu Besuch bei Marta und Noel

Berlin zu Füßen & Weite im Blick

3 Zimmer mit Balkon, 80 m², Berlin-Mitte > WHH-GT 24

„Es wird viel geklebt statt gebohrt…“

Altbau, Stuckdecke, Dielenboden. So lauten oft die Kriterien der Wohnungssuchenden. Bei Architekt Noel war das ganz anders, er schaute gezielt nach Bauten der 1950er und 60er Jahre, vor allem im Berliner Hansaviertel.

Eine Freundin, die in den Berliner RathausPassagen wohnte, gab Marta und Noel den entscheidenden Tipp: In einer Platte, hoch über Berlin, fand das Paar sein neues Zuhause.

Wer die Wohnung betritt, wird empfangen von einem Panoramablick. Durch die offene Küche mit ihrem großzügigen Fenster blickt man über die ganze Stadt. Gleich links geht es im Wohnzimmer damit weiter.

Die Besonderheit der Wohnung liegt in ihrem Schnitt und dass sie übereck gebaut ist. Richtung Süden erhebt sich der Turm des Roten Rathauses, nach Westen schaut man bis zum Grunewald. Genau diese Weite war es, die das Paar überzeugte – die Stadt zu Füßen und ein nicht enden wollender Horizont.

Entrée und Küche

Ebenso wie die Tapeten fiel auch eine Wand zwischen Flur und Küche, sodass der Platz optimal genutzt werden kann. Die Küchenmöbel hat Architekt Noel selbst entworfen.  Die gesamte Einrichtung ist klar und lässt die Räume weitläufig wirken. Details setzen farbige Akzente und verleihen der Wohnung eine persönliche Note, wie etwa das Bild neben dem Esstisch - Marta wuchs auf den Balearen auf, das Foto zeigt ein altes Wasserreservoir in einem Dorf auf Mallorca.

Wohnzimmer

Das offene Ambiente der Wohnung lädt zum Wohlfühlen ein. Bis es soweit war, musste das Paar jedoch noch Hand anlegen: „Die Wohnungsverwaltung hatte freundlicher Weise gerade überall frische Raufaser kleben lassen.“, sagt das Paar lachend. Das musste dann wieder ab. Die wechselnden Flächen aus farbigen Wänden und nacktem Beton geben den Räumen Spannung ohne aufzuregen. Dass dies in Wohnräumen nach wie vor ungewöhnlich ist, bewies eine Nachbarin, als sie zu Besuch kam. Mit Blick auf die freigelegten Betonwände fragte sie Marta und Noel, wann die beiden denn mit der Wohnung fertig werden würden.

Auffällig ist der Postkartenständer im Wohnzimmer, er ist gefüllt mit persönlichen Erinnerungen: Immer, wenn Marta und Noel Besuch bekommen, durchstöbern die Gäste die Fülle an Fotos und Karten, verändern die Reihenfolge, sodass immer wieder ein anderes Bild vornan liegt. Meist sind das dann Kinderfotos.

Redaktion: Martin Püschel
Fotos: Claudius Pflug