Designklassiker von iittala

Hochwertige Haushaltswaren im ungewöhnlichen Ambiente

Designklassiker von iittala

Die Gegend rund um den Hackeschen Markt gehört zu den beliebtesten Einkaufsvierteln Berlins. Hier reihen sich zahlreiche Flagshipstores internationaler Marken aneinander und ziehen ein trendbewusstes Publikum an. Wer sich in diesem Shopping-Paradies mit einem Laden niederlässt, muss Kreativität beweisen, auch in der Einrichtung. Das finnische Unternehmen Iittala hat sich für Kontraste entschieden und präsentiert hochwertige Haushaltswaren in einem ungewöhnlichen Ambiente. 

Iittala Store
Münzstraße 7 
10178 Berlin 

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 12 bis 20 Uhr, Sa 12 bis 19 Uhr

Telefon: +49 30 24085594
Email: shop.muenzstrasse@  avoid-unrequested-mailsiittala.com

www.iittala.com

Eingang

„Timeless design since 1881“ liest der Besucher beim Eintritt des Iittala-Ladens in der Münzstraße 7. Um den Schriftzug herum arrangiert: Hunderte von Tellern des TEEMA-Services von Kay Franck. Dessen Design reicht zwar nicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, aber immerhin entstand es bereits 1952. Mehr als 60 Jahre später erscheint seine schlichte Formgebung immer noch überraschend aktuell. Und weil es perfekt jenes „Against Throwawayism!“ umsetzt, das sich das finnische Traditionsunternehmen zur Mission gemacht hat, präsentiert es sich den Besuchern als raumgreifende Installation: Fein säuberlich aufgereiht und in verschiedenen Farben erstrecken sich die Essteller über die Wände des Eingangsraums – eine fröhlich-verspielte Geste als Willkommensgruß.

Designklassiker

Kaj Franck, das Ehepaar Aalto, aber auch Designer jüngerer Generationen wie Oiva Toikka oder Alfredo Häberli: die Liste weltberühmter Gestalter in Diensten von iittala ist lang. Bei so einer geballten Ladung an Designprominenz hängt die Latte hoch, wenn es um das Retail Design, also die Innenarchitektur der Läden geht. Naheliegend für ein skandinavisches Unternehmen ist natürlich der Einsatz von Holz. Tatsächlich sind einige Wände in der Münzstraße mit Holzschindeln verkleidet – eine Reminiszenz an den Wald, der gemeinsam mit dem Wasser das Landschaftsbild im Norden Europas bestimmt.

Francks Geschirr ist einer von zahlreichen Designklassikern in iittalas Repertoire. Der bekannteste Entwurf des Hauses ist noch älter: 1936 entwarf Alvar Aalto seine berühmte Glasvase, die das Bild vom skandinavischen Design entscheidend mitgeprägt hat. Ihre organische und mehrfach geschwungene Form erinnert an die Uferlinien finnischer Seen. Mit ihrer amorphen Erscheinung könnte sie mühelos als zeitgenössischer Entwurf durchgehen. Tatsächlich ist ihre Popularität ungebrochen, noch heute wird sie nach Originalformen hergestellt und in immer neuen Farbvarianten auf den Markt gebracht.  

Die heimische Landschaft, erklärt Shopmanager Nils Kuhlmann, stellt eine wichtige Inspirationsquelle für die finnischen Gestalter dar, und in ihr ist Wasser allgegenwärtig. Im „Land der tausend Seen“ – in Wirklichkeit sind es fast zweihundert Mal so viele – gehört der Ausflug in die Natur fest zum Freizeitprogramm. Auch Altos Frau Aino ließ sich für ihre berühmten Trinkgläser aus dem Jahr 1932 von den Seen ihrer Heimat anregen: Ein horizontales Rillenmuster umschließt den Glaskörper. Vorbild waren die kreisrunden Wellen, die entstehen, wenn Steine ins Wasser geworfen werden.

Es sind jedoch nicht die natürlichen Töne des Holzes, die das 160 Quadratmeter große Ladenlokal dominieren, sondern ein kühles, mineralisches Grau: die Farbe von Beton. Während das Erdgeschoss außen verputzt wurde, verfolgte man im Inneren ein gänzlich anderes Konzept: „Wir haben die Platte freigelegt“, beschreibt Kuhlmann die Idee, die Struktur des Gebäudes, ein Plattenbau aus den Achtzigerjahren, unverhüllt zu zeigen – und das überraschend konsequent.

Denn nachdem Tapeten, Türen, Fußleisten und Deckenverkleidungen entfernt waren, beschloss man, auf Glätten und Spachteln zu verzichten. Eine mutige Entscheidung, denn der Beton der Platte ist weit entfernt von der edlen Optik des Sichtbetons, wie er mittlerweile in vielen Inneneinrichtungen in Handel und Gastronomie eingesetzt wird: hell, feinporig, poliert, mit homogener Oberfläche und exakten Kanten nahe dran am Makellosen. Der Plattenbeton hingegen musste praktischen und ökonomischen Anforderungen genügen – seine grobkörnige und unregelmäßige Oberfläche war nie dafür gedacht, zu einem sichtbaren Teil der Innenarchitektur zu werden.

Bei iittala hat man aber genau dies umgesetzt, inklusive Schrammen, Rissen, Bohrlöchern und Notizen, die Handwerker mit dem Steinhauerstift auf die nackten Wände geschrieben haben. Nachdunklungen und Verfärbungen sind deutlich zu erkennen, auch die Fugen zwischen den Platten blieben unverputzt. Selbst bei einem nachträglich geschaffenen Durchbruch wurden die Kanten nicht geschliffen und begradigt, sondern uneben belassen, sodass die unregelmäßige Kontur der Wand in den Raum hineinragt.

Räume und Gebäude

Den glänzenden und makellosen Oberflächen der Haushaltswaren steht das Raue der steinernen Platte gegenüber: in den Regalen der Glanz von Glas, Keramik und Stahl, an den Wänden die grobe Textur des Betons. Das Spiel mit den Kontrasten zeigt sich auch beim Mobiliar. So sind die schlichten Loungemöbel im Eingangsbereich mit ihren leichten, geschwungenen Formen und hochwertigen Materialen – helles Eschenholz und Leder – eindeutig als aktuelles skandinavisches Design zu erkennen: ein Entwurf aus dem Hause des finnischen Möbelproduzenten Nikari. Für die Verkaufsregale hingegen wurden ehemalige Trocken- und Lagerregale aus einer Glasfabrik iittalas recycelt. Mit ihrem industriellem Touch und ihren Gebrauchsspuren passen sie perfekt zur robusten Ästhetik der Innenarchitektur.

Man kann die freie Sicht auf die Platte natürlich als eine Hommage an Berlin mit seinem Erbe an sozialistischer Architektur sehen. Oder als eine Anspielung an das schroffe Berlin mit seinen immer noch zahlreichen Baustellen und umgenutzten Industriebrachen. „Wir wollen ein urbanes Gefühl vermitteln“, erklärt Shopmanager Kuhlmann. Und tatsächlich: raues Ambiente, modernes Design – mehr Berlin-Spirit geht kaum. 

Redaktion: Dr. Roland Ernst, TEMA Technologie Marketing AG
Gestaltung Content: Martin Püschel
Fotos: Andreas [Franz Xaver] Süß